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Stand-Up-Paddling – die neue Trendsportart

Von Hawaii in die ganze Welt

Schon die alten Polynesier und andere Wasservölker nutzten flache Kanus und Paddel, um sich auf dem Meer fortzubewegen. Die heutige Art des Stehpaddelns oder Stand-up-Paddlings (SuP) geht aber auf die hawaiianischen Surflehrer der 1950er und 1960er Jahre zurück, die so ihre Schüler besser im Blick behalten konnten. Sie sind auch die Urheber für den Alternativnamen für SuP: „Beach Boy Surfing“.
Ausgehend von Surfern, die sich auch ohne Wellen fit halten wollen, wurde im Jahr 2000 das Stand-up-Paddling flächendeckend als Sportart entdeckt, die Körper und Geist fit hält und Rücken, Schultern, Bizeps sowie Bauch- und Beinmuskeln optimal trainiert.

Und so geht’s

Obwohl das Paddling-Board einem Surfboard ähnelt, ist es viel stabiler und größer, sodass das Gleichgewicht besser gehalten werden kann, aber ein bisschen Übung gehört natürlich dazu. Du stehst aufrecht auf dem Board und bewegst dich durch Paddeln fort, wobei die Seiten regelmäßig gewechselt werden. Was erst mal einfach klingt, erfordert eine Reihe exakter Bewegungsabläufe, die du aber schnell erlernen kannst. Das Ziel ist es, nicht das Paddel durchs Wasser zu ziehen, sondern deinen Körper auf dem Board über das Wasser, wobei das Paddel als Stabilisator dient. Die Kraft soll dabei aus dem Oberkörper kommen, nicht aus den Armen – also immer schön die Bauchmuskeln anspannen. Aus diesem Grund ist das SuP auch ein so tolles Ganz-Körper-Training. Ein Einsteigerkurs ist auf jeden Fall empfehlenswert, besonders für jene, die noch nie auf einem Board gestanden haben.

Ab aufs Wasser!

Fast jede Wasserfläche ist für das Stand-up-Paddling geeignet: Meer, See oder Fluss. Die besten Bedingungen: glattes, flaches Wasser und kein oder wenig Wind. Achtung bei River-Stand-up-Paddling: Dies kann je nach Strömung und Wasserstand gefährlich sein, vor allem für Anfänger. Hier gelten auch spezielle Sicherheitsvorkehrungen, zum Beispiel sind Neoprenanzüge und Surfschuhe aufgrund des oft sehr kalten Flusswassers Pflicht. Außerdem muss die Leash – die Leine, die dich mit dem Board verbindet – an einem Hüftgurt befestigt werden, nicht, wie sonst üblich, am Fußgelenk. Das liegt an den Stromschnellen, die in manchen Flüssen vorkommen. Fällst du vom Brett und dein Board gerät in eine Stromschnelle, musst du dich schnell befreien können.
Unbedingt zu beachten ist, dass für einige Wasserflächen Befahrungsregeln gelten: So kann auf manchen Gewässern aus Naturschutzgründen das SuP verboten sein, aus Sicherheitsgründen auch auf Talsperren und Gewässern mit Schiffsverkehr. Ganz wichtig ist: Für Nicht-Schwimmer ist dieser Wassersport absolut nicht geeignet!
Also vorher informieren, dann steht dem Wasserspaß nichts im Wege.

Die Qual der Wahl: das richtige Board

Entschluss gefasst, die Vorfreude steigt … aber welches Surf-Board ist das richtige? Das kommt ganz darauf an, wofür du es benutzen möchtest: Gehst du auf den See zum SuP oder auf den Fluss, auf flaches oder tiefes Wasser? Willst du das Ganze nur mal ausprobieren oder lange Strecken damit zurücklegen, um so richtig fit zu werden (oder bleiben)? Dürfen deine Kinder auch mal drauf und soll es sich für weitere Sportarten (s. u.) eignen?
Wenn du nicht so viel Platz im Keller hast, eignet sich das Inflatable, ein aufblasbares, aber robustes Brett aus PVC – ideal für Kinder, Flusstouren und Einsteiger geeignet. Mit etwas mehr Stauraum und vor allem Erfahrung kannst du auch ein Hardboard nehmen.
Für alle, die flexibel sind und von Wasser allerlei Art umgeben sind, eignen sich Allround Boards. Die sind, wie der Name schon sagt, überall einsetzbar, aber nicht geeignet, wenn man vor allem schnell und über lange Strecke aktiv sein möchte. Und dann gibt es noch eine Reihe Spezial-Bretter für besondere Ansprüche, Race Boards etc.
Ein paar Eckpunkte als Entscheidungshilfe: Mit einem langen Board kannst du besonders schnell sein, ebenso mit einem schmalen. Ein kurzes ist dagegen besonders wendig. Breite und/oder schwere Boards bieten vor allem Stabilität. Wenn du dir nicht sicher bist, welches Board für dich das geeignetste ist, probiere doch beim SuP-Verleih einfach mal verschiedene aus.

Auch das Paddel zählt

Mit dem Board allein ist es nicht getan, auch die Paddel sind wichtig. Es gibt leichte, lange und kurze, schwere und alles dazwischen. Zuerst einmal muss die Länge an deine Körpergröße angepasst sein und das Gewicht an dein Körpergewicht. Faustregel: Das Paddel sollte etwa eine Blattlänge länger sein als der Paddler. Wesentlich bei der Auswahl sind aber auch der Erfahrungsgrad und das Einsatzgebiet: Rennen, Spaß auf dem See, River-SuP? Denn auch die Größen des Paddelblatts unterscheiden sich. Eine kleine, leichte Person wird mit einem langen, schweren Paddel mit großen Blättern Schwierigkeiten haben, da der Kraftaufwand beim Paddeln zu groß wäre.
Für eine Erstausstattung eignen sich verstellbare Paddel, die kannst du in der Länge variieren und herausfinden, welche für dich am besten geeignet ist. Paddel aus Aluminium sind zwar etwas schwerer als die aus Carbon, aber auch deutlich kostengünstiger – wir reden hier von einem Preisniveau von mehreren hundert Euro allein für die Paddel, während die aus Aluminium unter 50 € liegen. Es gibt aber auch Mischmaterialien, die verschiedenen Ansprüchen gerecht werden. Gerade am Anfang kann es passieren, dass du ein Paddel verlierst, vor allem bei River SuP. Der Verlust ist bei einer günstigen Erstausstattung eher zu verschmerzen als bei hochwertigen Paddeln.

Sport für die Seele: SuP-Yoga

Wenn schon Trendsportart, dann richtig. Und da die SuP Boards so schön vielseitig sind, können sie auch zum Yoga eingesetzt werden. Atemübungen draußen in der Natur, das sanfte Plätschern der Wellen im Ohr - da wirkt die Entspannung gleich doppelt. Auf diversen Seen werden die speziellen Yoga-Kurse mittlerweile angeboten, einfach mal einen Blick in Internet werfen. Klar, ein bisschen Übung gehört dazu – ein guter Gleichgewichtssinn ebenfalls –, aber wen stört es schon, bei sommerlichen Temperaturen einen Abstecher ins kühle Nass zu machen?

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