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Plogging - der Natur zur Liebe

Laufschuhe und Müllbeutel, Sportkleidung und Gummihandschuhe – wenn das für dich nach sinnvollen Kombinationen klingt, dann hast du vermutlich schon mal etwas vom Plogging gehört. Oder es vielleicht schon selbst ausprobiert! Falls nicht, erfährst du hier das Wichtigste über die neue Trendsportart.

Joggst du noch oder ploggst du schon?

Das Wort „Plogging“ setzt sich zusammen aus „Jogging“ und „plocka upp“ – auf Schwedisch bedeutet das so viel wie „einsammeln“ oder „aufheben“. Plogging stammt ursprünglich tatsächlich aus Schweden, als dort ansässige Jogger keine Lust mehr hatten, durch vermüllte Straßen zu laufen. Sie fingen kurzerhand an, die Abfälle, an denen sie vorbeikamen, einzusammeln und zu entsorgen. Daraus wurde ein Trend. Inzwischen begegnen uns Plogger in vielen Städten weit über die Grenzen Schwedens hinaus. Was das Plogging so besonders macht und dafür gesorgt hat, dass es sich zu einer internationalen Trendsportart entwickelt hat, liegt an folgenden Komponenten:

Effektiv und abwechslungsreich

Aus sportlicher Sicht verbindet Plogging zwei Aspekte: Laufeinheiten mit Gewichten – in Form von sich stetig füllenden Müllsäcken –, und Pausen zum Müllsammeln, die jedoch ebenfalls mit körperlicher Aktivität verbunden sind. Dazu gehören z.B. häufiges Bücken, in die Hocke gehen und wieder aufstehen, unter Büsche strecken, vielleicht auch auf Zehenspitzen stehend Plastikfolien aus Bäumen oder Zäunen herausklauben … Die sportliche Aktivität und die Bewegung an der frischen Luft wirken sich wie jeder vernünftig betriebene Sport positiv auf die Gesundheit und das persönliche Wohlbefinden aus. Besonders reizvoll kann Plogging für diejenigen sein, denen reines Joggen zu langweilig und monoton ist: Denn wie genau deine Sporteinheit ablaufen wird und welche Bewegungen auf dich zukommen, lässt sich nicht voraussehen.

Sportart „plus“

Beim Plogging spielt – anders als bei anderen Sportarten – der Umweltaspekt eine große Rolle: Plogger sind Menschen, die sich an der zunehmenden Vermüllung stören und sich nicht davor scheuen, die eigene Komfortzone zu verlassen und selbst aktiv zu werden. Gerade in Zeiten wie diesen, in denen viele Menschen für Klima- und Umweltschutz demonstrieren, ist das ein wichtiges Statement. So kannst du zeigen, dass du nicht nur Veränderungen forderst, sondern bereits selbst tatkräftig dabei bist, diese Veränderungen herbeizuführen. Als Plogger kannst du also einen konkreten und für alle Mitmenschen wahrnehmbaren Beitrag leisten, deine Umwelt sauber zu halten. Davon profitierst langfristig nicht nur du, sondern auch dein ganzes Umfeld.

Und das nicht nur, weil etwas weniger Müll herumliegt, sondern auch, weil du hilfst, das Müllproblem ins Bewusstsein deiner Mitmenschen zu rücken. Tatsächlich ist vielen immer noch nicht bewusst, welche Mengen an Plastik wir produzieren und wie viel davon tagtäglich in unseren Parks, Vorgärten, Straßengräben und Wäldern landet, anstatt korrekt entsorgt zu werden. Als Plogger machst du dieses Problem sichtbar: Jeder, dem du begegnest, wenn du mit vollen Müllbeuteln deine Runden drehst, wird zwangsläufig über Abfall, Umweltverschmutzung und Plastik nachdenken. Vielleicht wird sich nicht jeder dadurch motiviert fühlen, selbst Müll zu sammeln, doch schon das bloße Bewusstsein ist ein erster Schritt hin zu einem gesellschaftlichen Umdenken. In jeden Fall gehst du mit gutem Beispiel voran und setzt ein Statement dafür, sich selbstständig einzusetzen.

Fühl dich gut!

Du kennst mit Sicherheit die zufriedene Erschöpfung nach dem Sport. Dieses Gefühl, etwas geleistet zu haben, wird sich auch nach einer Plogging-Einheit einstellen – allerdings noch gesteigert. Schließlich hast du nicht nur Sport getrieben und etwas für dein eigenes Wohlbefinden getan, sondern auch noch deinen Beitrag zu einer sauberen Umwelt geleistet. Und weil du diesen Erfolg ganz klar an deinen vollen Müllbeuteln oder dem sauberen Waldstück bemessen kannst, hast du noch mehr Grund, stolz auf dich zu sein.

An die Beutel, fertig, los?

Das Schöne am Plogging ist, dass es sich wunderbar an die eigenen Fähigkeiten und Vorlieben anpassen lässt. Ganz egal, ob du gerne schnell joggst oder lieber gemütlich spazieren gehst, ob du lange Läufe oder kurze, intensive Einheiten bevorzugst, im Wald, im Park oder quer durch die Stadt – über Müll, den du einsammeln kannst, stolperst du leider überall. Wenn du es gerne unter Gleichgesinnten versuchen möchtest, dann lohnt sich die Recherche im Internet: In vielen Städten haben sich bereits Plogging-Gruppen gebildet, die sich immer über Zuwachs freuen.

Aber bei allem Idealismus: Wenn es dich bei der Vorstellung ekelt, fremden Müll aufzusammeln, dann zwinge dich nicht dazu. Es gibt auch andere Möglichkeiten, dich zu engagieren. Und für alle anderen, die es gerne einmal ausprobieren möchten: Übertreibt es nicht und achtet auf eure Gesundheit. Also nicht die Handschuhe vergessen! Seid besonders vorsichtig bei sperrigen Abfällen, rostigen Metallgegenständen oder anderem Gefahrgut, und informiert im Zweifel lieber Experten oder Behörden, die sich um einen sachgemäßen Abtransport kümmern können.

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