#Kaffeewissen

Kaffeeanbau

Weltweit gibt es 4 verschiedene Arten der Kaffeepflanze, wobei nur zwei Sorten mit etwa 99 Prozent Marktanteil im globalen Kaffeehandel eine Rolle spielen: Arabica und Canephora (Robusta). Aus keimfähigen Kaffeebohnen, die sich noch in ihrer halbtrockenen Schutzhaut, der Pergamenthülle, befinden, werden in speziell hergerichteten Saatbeeten die Keimlinge herangezogen. Die Keimfähigkeit der Bohnen ist bei allen Kaffeesorten recht kurz; die beste und damit kürzeste Keimzeit haben Samen, die etwa 8 Wochen alt sind.
Zunächst bilden sich Wurzeln aus der Kaffeebohne, welche die Bohne ans Tageslicht schieben. Dies nennt sich epigäische Keimung.

Nach etwa 5 bis 6 Wochen, sobald sich das erste Blattpaar der kleinen Pflanze entwickelt hat, werden die Keimlinge einzeln in Folienbeutel gepflanzt. Durch das Vereinzeln können sich die Wurzeln besser ausbilden. Die Pflanzen sind in diesen Beuteln auch besser zu transportieren und werden beim späteren Umtopfen geschont. Sie kommen dann in schattige Aufzuchtstationen, sogenannte „Nurseries“. Dort werden sie sorgfältig gepflegt, gedüngt und bewässert. Nach rund 8 Monaten, in denen sie sich gut entwickelt haben, werden die Pflanzen in die Plantage gepflanzt.
Es vergehen weitere 1,5 – 2 Jahre bis der Kaffeestrauch so groß ist, dass das erste Mal geerntet werden kann. Nach 3 – 5 Jahren erhält der Farmer dann die optimale Ente. Weitere 10 bis 20 Jahre können die Kaffeepflanzen gute Erträge liefern, danach müssen sie durch neue, junge Pflanzen ersetzt werden.
Kaffeesorten bzw. Varietäten unterscheiden sich nicht nur im Aussehen der Bäume, Blätter und Kaffeekirschen, sondern auch vom Geschmack des fertigen Produktes.

Kaffeepflanzen stellen besondere Ansprüche an ihre Umgebung. Damit Kaffeebäume optimal gedeihen, müssen Temperatur, Sonnenschein, Niederschläge, Wind sowie Bodenzusammensetzung ideal passen. Zum Beispiel Frost, aber auch zu hohe Temperaturen schadet den Pflanzen. Die besonderen Wachstumsbedingungen für Kaffee sind im sogenannten Kaffeegürtel rund um den Äquator zu finden. Die Kaffeekirschen in höheren Anbaugebieten reifen langsamer; dies führt zu ausgeprägten Aromen und härteren Bohnen.

Unterschiede zwischen den verschiedenen Sorten und den Anbauhöhen gibt es auch bei der Menge des Ertrages sowie der Widerstandsfähigkeit der einzelnen Sorten gegen Krankheiten oder Schädlinge. Ein Kaffeefarmer muss selbst entscheiden, welche Sorten für seine Plantage, die lokalen Anbaubedingungen und seine Ansprüche an das Endprodukt am besten geeignet sind.