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KAFFEEANBAU IN VIERTER GENERATION

KAFFEEANBAU IN VIERTER GENERATION

Mein erstes Highlight auf der Nicaragua-Reise war die Besichtigung der Kaffeeplantage in Jinotega. Auf der familiengeführten Farm (auf einer Höhe zwischen 1.100-1.250 Metern über dem Meeresspiegel) findet man nicht nur Kaffee, sondern auch Bananen- und Kakaostauden, die den Kaffeepflanzen als Schattenspender dienen. Beeindruckend: die Kaffeebäume – über und über voll von Kaffeekirschen, die gereift von Hand gepflückt werden! Jeder Baum wird fünf- bis sechsmal geerntet, um nur die reifen Kirschen zu pflücken. Die Kunst hierbei ist, die gesamte Plantage im Überblick zu behalten, um den jeweils perfekten Erntezeitpunkt für eine Sektion zu erkennen. Besonders faszinierend ist die Geschwindigkeit, mit der die Erntehelfer die reifen Kirschen pflücken. Ich durfte mich zu einem späteren Zeitpunkt selbst beim Pflücken versuchen und musste schnell feststellen, wie anspruchsvoll und anstrengend das Pflücken an Berghängen ist. Wichtig ist, dass der geerntete Kaffee noch am selben Tag aufbereitet wird, um keinen Qualitätsverlust zu erleiden. Ein besonderes Anliegen auf unseren Reisen in die Ursprungsländer ist es, auch die Menschen hinter dem Kaffeeanbau kennenzulernen und mehr über deren Lebensbedingungen und Kultur zu erfahren. So erzählte uns der Sohn des Plantagenbesitzers, dass die Farm bereits in der vierten Generation geführt wird. Sein Großvater hatte den Kaffee, wie früher in Nicaragua üblich, noch an lokale Exporteure verkauft. Vor ungefähr 20 Jahren übernahm die Familie dann den Export ihres Kaffees selbst.

Erinnerungen, die bleiben

Im Rahmen unseres Hiking-Tracks besichtigten wir verschiedene Teile der Farm. Der Anbau besonderer Kaffee-Varietäten unter perfekten Anbaubedingungen in streng begrenzter Menge hat mich besonders beeindruckt. Eine Begegnung, die mir in Erinnerung bleiben wird, ist die mit den beiden Farmern Manfred und Michael, mit denen ich drei spannende Tage auf der Finca La Verona verbringen durfte. Zwei nicaraguanische Farmer mit deutschen Vornamen? Die jungen Männer klärten auf: Ihr Vater stammt aus Deutschland, ihre Mutter aus Nicaragua. Schön, auf meiner Reise so viele neue und langjährige Freunde und Partner getroffen zu haben. Eine Reise in ein Ursprungsland ist für mich immer etwas ganz Besonderes, da man beim Thema Kaffee nie auslernt und immer mit neuen Eindrücken und Ideen zurück nach Hause kommt.