WAS ALS KOLONIALWARENHANDEL

BEGANN…

AUS ALLEN KONTINENTEN NACH ULM

Gewürze, Früchte, Kaffee, Tee: Als der Ulmer Kaufmann Christoph Seeberger 1844 seinen Kolonialwarenhandel gründete, kam der exotische Genuss aus Übersee über das Meer, auf der Donau oder über Land bis in die Ulmer Pfluggasse. Während die Ulmer Baumeister hier, im Herzen der lebhaften und international geprägten Handelsstadt am Ulmer Münster einen der größten Kirchtürme der Welt bauten, legte Christoph Seeberger den Grundstein für ein seit Generationen erfolgreiches Familienunternehmen.

1844

Pionier mit Weitblick

Gewürze, Kaffee, Tee: Als der Ulmer Kaufmann Christoph Seeberger am 6. Oktober 1844 seinen Kolonialwarenhandel begann, kam der exotische Genuss aus Übersee und reiste auf der Donau bis in die Ulmer Pfluggasse. Während die Ulmer Baumeister hier im Herzen der lebhaften und international geprägten Handelsstadt an der Burgfestung und dem größten Kirchturm der Welt bauten, legte Christoph Seeberger den Grundstein für ein über Generationen erfolgreiches Familienunternehmen.

1882

Gründung der Kaffeegroßrösterei

Mitte des 19. Jahrhunderts erlebt der Kaffee durch erschwinglichere Preise einen regelrechten Boom und eroberte Küchen und Tassen auch weniger wohlhabender Bürger. Seebergers Sohn Friedrich erkannte diese Chance und röstete fortan in eigener Kaffeegroßrösterei den Seeberger Kaffee in bester Lage am Ulmer Marktplatz.

1902

Neuer Standort in der Kronengasse

Zur Jahrhundertwende verlangt das stetige Wachstum einen Ortswechsel. Ein bisschen abseits vom quirligen Zentrum, aber immer noch nah am Münster, übernimmt Friedrich Seeberger II das größere Anwesen seines Schwiegervaters Daniel Müller. Die Kronengasse 2 wird modernisiert und mit einer repräsentativen Fassade ausgestattet. An diesem neuen Standort wird die Erfolgsgeschichte von Seeberger in den kommenden Jahrzehnten fortgesetzt.

1930er

Im Kino wird Kaffee zum Start

Die Bilder haben laufen gelernt, und das Kino wird zum regelmäßigen Vergnügen für eine neugierige und lebenshungrige Generation. Auf der Leinwand werden nicht nur Filmstars geboren, auch die Kinowerbung präsentiert dem breiten Publikum ihre Hauptdarsteller: Bekannt wird in den 1930er-Jahren auch der beliebte Kaffee von Seeberger. Illustrativ und in kräftigen Farben präsentieren sich die Werbebotschaften: Tante Paula empfiehlt wärmstens die Seeberger Bohnen in der Münsterpackung.

1949

Eintritt Julius Rohm

Mit dem Tod von Friedrich Seeberger ist es nicht mehr möglich, das Unternehmen in Besitz der Familie Seeberger fortzuführen. Nach unruhigen Zeiten übernimmt Julius Rohm am 1. Januar das Geschäft von der Familie Seeberger. Er wird persönlich haftender Gesellschafter, und sein bescheidener Warenbestand sind einige Säcke Linsen und Hirschhornsalz. Zunächst fährt er nach Hamburg und kann dank seiner persönlichen Kontakte zu den Importeuren sechzig Ballen Rohkaffee à 60 kg erwerben. Damit belebt er die Kaffeerösterei von Neuem, führt aber den Lebensmittelhandel, mit dem sich Seeberger über den Zweiten Weltkrieg gerettet hatte, noch einige Jahre weiter.

1952

Spezialitäten aus aller Welt

Zwei Weltkriege und deren dramatische Folgen für den Lebensmittelhandel und die Versorgung der Menschen übersteht das inzwischen traditionsreiche Unternehmen, wenngleich nur noch fünf Mitarbeiter übrig geblieben sind. 1952, mittlerweile unter der Leitung von Julius Rohm sen., konzentriert sich Seeberger auf sein Kerngeschäft: den Import hochwertiger Kaffees, Trockenfrüchte und Nüsse – Spezialitäten aus aller Welt. Die Spezialisierung in beiden Geschäftsbereichen auf die Spitzenqualitäten des Weltmarktes ist die Basis für die stetige Expansion.

1963

Umzug nach Neu-Ulm

Seeberger expandiert und wieder ist ein Umzug in ein neues Betriebsgebäude nötig. Es geht über die Landesgrenze nach Bayern in die Baumgartenstraße in Neu-Ulm. In dem Neubau dort werden moderne Röstanlagen und Verpackungsmaschinen installiert. Die Mitarbeiterzahl erhöht sich auf 47.

1975

Eintritt Dr. Julius Rohm

Der Volkswirt Dr. Julius Rohm, Sohn von Julius Rohm, tritt in die Firma ein. Seine ersten Aufgaben sind die Einrichtung eines eigenen lebensmittelchemischen Labors und eines modernen EDV-Systems.

1977

Es geht hoch hinaus

So modern das Neu-Ulmer Betriebsgebäude auch ist, für die inzwischen 134 Mitarbeiter wird es doch etwas eng. Seeberger wächst – und diesmal sogar etwas in den Himmel. Auch das Bürogebäude wird um eine Etage aufgestockt und kann dadurch noch einige Jahre genutzt werden. Doch es zeichnet sich schon ab, dass bei der erfolgreichen Entwicklung auch an diesem Standort bald die Kapazitäten nicht mehr reichen werden. Die Suche nach einem neuen Betriebsgelände beginnt.

1983/1984

Expansion ins Ulmer Donautal

Seeberger zieht zurück nach Baden-Württemberg. Im Industriegebiet Donautal in Ulm findet die Firma ausreichende Flächen zur Erweiterung, um das starke Wachstum in ganz Deutschland bewerkstelligen zu können. Nach knapp eineinhalb Jahren Gesamtbauzeit wurde im März 1983 die festliche Einweihung des Domizils gefeiert. Nach 20 Jahren ist Seeberger wieder angekommen – zurück in Ulm – wo alles einmal begann. Die Konzentration im Lebensmittelhandel schreitet rasch voran. Die Distribution von Seeberger Trockenfrüchten und Nüssen wird immer höher. Mit der neu gestalteten vollflächig bedruckten Packung und der einzigartigen Produktqualität hebt sich Seeberger immer mehr von der klassischen Importware ab und wird langsam aber sicher zur Marke mit einem klaren Qualitätsversprechen.

1984

Mitarbeiter-Beteiligungsmodell

Seeberger wird zum Vorbild in der Mitarbeiterbindung: Durch das 1984 eingeführte Beteiligungsmodell partizipiert die Belegschaft in wirtschaftlich erfolgreichen Jahren und wird durch Genussrechte am Unternehmen beteiligt. Ab 1994 wird das Modell noch ergänzt. Die Mitarbeiter können jetzt eine weitere Erfolgsbeteiligung als Guthaben bis zum Eintritt in den Ruhestand ansparen und sich dann ausbezahlen lassen.

1998

Seeberger wird digital

Zur Jahrtausendwende wird das Internet zum Wettbewerbsfaktor. Seeberger ergreift zeitig die Chancen der digitalen Möglichkeiten und präsentiert sich mit einem ansprechenden und informativen Auftritt weltweit: Partner, Kunden und Verbraucher erfahren ab 1998 auf der Website seeberger.de alles über die Produkte und das Unternehmen.

2001

Neues Markenkonzept

Im Rahmen eines modernisierten Markenkonzepts werden die Nüsse und Trockenfrüchte in drei Submarken gegliedert: „Snacks für Genießer“, „Natural Power“ und „Feine Küche“. Damit schafft Seeberger Übersichtlichkeit in den Verkaufsregalen.

2001

Dritte Inhabergeneration

Mit Clemens Keller, Neffe von Dr. Julius Rohm tritt die dritte Inhabergeneration in die Firma ein. 2003 wird er persönlich haftender Gesellschafter und übernimmt die operative Gesamtverantwortung sowie die direkte Zuständigkeit für die Bereiche Einkauf und Betrieb. Er lebt auch für die Firmenphilosophie, mit qualitativ hochwertigen Produkten und starken Mitarbeitern die erfolgreiche Zukunft des Unternehmens zu gestalten.

2010

Alles unter einem Dach

Eine neue Markenarchitektur mit neuen Logos für die Bereiche Trockenfrucht, Kaffeespezialitäten und das Unternehmen entsteht. Die Ansprache der Seeberger Kunden konzentriert sich auf ein frisches, klar definiertes Verpackungsdesign, das die Hochwertigkeit der Produkte widerspiegelt.

2013

Investition in die Zukunft

Seeberger erweitert seinen Standort: Die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Familienunternehmens Seeberger umfasst neben einem modernen Hochregallager mit rund 25.000 Palettenstellplätzen auch weitere Büroflächen und ein neues Labor. Die imposante, rund 100 Meter lange Brücke ist das Bindeglied zwischen dem neuen Zentrallager und dem bestehenden Werk. Ein weiterer Höhepunkt: Das Seeberger’S Shop & Café eröffnet – und dies nicht nur zur Freude der mittlerweile knapp 500 Mitarbeiter.

2013

Nachhaltig in die Zukunft

Nachhaltigkeit hat bei Seeberger Tradition. Das liegt vor allem an den Unternehmenswerten. Sie bestimmen seit vielen Generationen Tradition und Zukunft und geben Mitarbeitern, Lieferanten, Kunden und Verbrauchern Sicherheit. Seeberger versteht soziale, ökologische und wirtschaftliche Verantwortung als ausdrücklichen Bestandteil der Seeberger Qualität. Für den ersten Nachhaltigkeitsbericht wurde 2013 analysiert, wo das Unternehmen schon ganz selbstverständlich nachhaltig arbeitet und wie es sich weiterentwickeln kann. Seitdem werden im zweijährigen Rhythmus die Nachhaltigkeitsaktivitäten zusammengefasst.

2018

Zurück zur Natur

Die Verpackungsgestaltung unter dem orangefarbenen Dach wird modernisiert. Nicht nur das Verpackungsdesign für den Trockenfrucht-Bereich wird überarbeitet, auch die Markenkommunikation wird einer Rundumerneuerung unterzogen. Der neue Auftritt bringt Seeberger zurück zu den Wurzeln der Produkte – zur Natur: Seeberger macht Appetit auf Natur. Der Spatenstich des neuen Multifunktionsgebäudes ist der symbolische Startschuss für eine der größten Investitionen der fast 175 – jährigen Firmengeschichte. Die Fertigstellung ist für 2020 geplant.